Ein Schwerlastkran hat jetzt das Brennstoffzellen-Kraftwerk des Unternehmens Reverion am Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz auf seinen Standort gehoben. Mit der Aufstellung des markanten grüne Containers erreicht das HC-H2 Wasserstoff-Demonstrationsvorhaben Multi-SOFC einen wichtigen Meilenstein. Als Nächstes folgen die technische Anbindung und die Inbetriebnahme der Anlage.
Schon von Weitem ist das Kraftwerk zu erkennen: Der Container trägt das für Reverion typische kräftige Grün, darüber steht der Firmenname in großen weißen Buchstaben. Das Kraftwerk vom Typ „Reverion M-100/250“ gilt als das derzeit effizienteste Brennstoffzellen-Kraftwerk seiner Art weltweit. Es kann bis zu 80 Prozent der in einem Brenngas enthaltenen Energie direkt in Strom umwandeln. Vergleichbare Anlagen erreichen bis zu 65 Prozent. Die Anlage basiert auf der Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie (SOFC, Solid Oxide Fuel Cell), die Wasserstoff oder Erdgas besonders effizient in Strom und Wärme umwandelt.

128 Tonnen Kohlendioxid einsparen
Für das Hermann-Josef-Krankenhaus bietet die Technologie besondere Vorteile. Krankenhäuser benötigen rund um die Uhr große Mengen Strom und Wärme. Die beim Betrieb entstehende Wärme lässt sich direkt vor Ort nutzen. Insgesamt sollen die Multi-SOFC-Technologien künftig rund 20 Prozent des Energiebedarfs des Krankenhauses decken und jährlich etwa 128 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert Multi-SOFC mit 23,6 Millionen Euro.
Nach der Aufstellung, der Installation und der Inbetriebnahme des Kraftwerks beginnt die entscheidende Projektphase. Im kommenden Jahr kombinieren die Partner das Brennstoffzellen-Kraftwerk erstmals mit der Wasserstoff-Speichertechnologie der Hydrogenious LOHC NRW GmbH.
SOFC trifft auf LOHC
Die dafür benötigte Infrastruktur ist auf dem Krankenhausgelände bereits vorbereitet. Künftig lagert in unterirdischen Tanks Wasserstoff, der chemisch an ein Trägeröl gebunden ist, ein Liquid Organic Hydrogen Carrier (flüssiger organischer Wasserstoffträger, LOHC). In dieser Form ist der Wasserstoff so einfach zu handhaben wie Diesel: Er ist nicht explosiv, nur schwer entflammbar und kann bei Umgebungstemperaturen und Normaldruck gelagert und transportiert werden. Tanklastwagen liefern das mit Wasserstoff beladene LOHC an und führen das entladene Trägermaterial anschließend zur erneuten Beladung zurück. Der nächste Meilenstein am Krankenhaus ist der Aufbau der Freisetzungseinheit, der Release Box, die dafür zuständig sein wird, den im LOHC gespeicherten Wasserstoff für die Brennstoffzelle zur Verfügung zu stellen undnutzbar zu machen.
Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten steht also das Zusammenspiel beider Technologien. Die Projektpartner untersuchen, ob sich die Abwärme der Brennstoffzellen direkt für den Prozess zur Freisetzung des Wasserstoffes nutzen lässt. Gelingt dies, könnte die Energieeffizienz des Gesamtsystems weiter steigen.
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