Die Nadel im Datenheuhaufen: KI soll Forschung schneller machen
Die KI Physics-LLM soll Forschenden beim Umgang mit großen Datenmengen helfen. Foto: A. Khalatyan (AIP), KI generiert mit Kimi K3
Die Datenmengen, die Großforschungsanlagen generieren, sind enorm groß. Und sie werden immer größer. Prof. Hans-Georg Steinrück, Physiker am Forschungszentrum Jülich, spricht deswegen von einem „historischen Umbruchprozess“. Damit die enormen Datenmengen effektiver genutzt werden, arbeiten acht Forschungseinrichtungen daran, mithilfe Künstlicher Intelligenz die relevanten Ergebnisse in den Datensätzen schneller zu finden. Physics-LLM heißt das Verbundprojekt, an dem unter anderem Hans-Georg Steinrück und sein Team des Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) aus Jülich beteiligt sind.
Am IHE beispielsweise entstehen große Datenmengen, weil die Forschenden chemische Reaktionen bei der Wasserstoffspeicherung bis auf die atomare Ebene untersuchen. An Synchrotrons oder sogenannten Freie-Elektronen-Lasern werden während der Experimente bis zu mehrere Tausend Bilder pro Sekunde aufgenommen. Aber auch bei Langzeituntersuchungen im Labor am IHE können selbst bei nur einem Bild pro Sekunde über Wochen oder Monate hinweg enorme Datenmengen entstehen. Diese Daten liefern wertvolle Einblicke in chemische Reaktionen und Reaktionswege, aber auch in Alterungsprozesse, den Leistungsverlust oder die Regeneration von Katalysatoren. Die entscheidenden Informationen sind dabei oft wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen verborgen. Physics-LLM soll künftig helfen, diese Informationen gezielt zu finden, große Datenmengen effizient auszuwerten und Zusammenhänge zu erkennen. Darüber hinaus soll es die Forschenden bei der Vorbereitung und Programmierung ihrer Experimente unterstützen.
Im Interview mit „Welt der Physik“ erklärt Hans-Georg Steinrück, welche Möglichkeiten Physics-LLM eröffnet, warum Forschende KI nicht einfach das Kommando überlassen sollten und weshalb das eigene Ausprobieren auch in Zukunft unverzichtbar bleibt.
Prof. Hans-Georg Steinrück ist einer der Forschenden, die an Physics-LLM arbeiten. Foto: Forschungszentrum Jülich/Steinrück
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