Wissenschaft

Carl-Zerbe-Preis für Jülicher Forscher Patrick Schühle

Dr. Patrick Schühle hat den Carl-Zerbe-Preis erhalten. Foto: Forschungszentrum Jülich/Jansen

Chemische Reaktionen verstehen und daraus Verfahren für nachhaltige Energieträger entwickeln: Für diese Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendung hat Dr. Patrick Schühle den Carl-Zerbe-Preis 2026 erhalten. Er leitet die Abteilung für Reaktionskinetik am Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) des Forschungszentrums Jülich.

Die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe (DGMK) würdigt damit seine Forschung in der Katalyse und der chemischen Reaktionstechnik. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

„Ich danke der DGMK für diese Auszeichnung und die Anerkennung unserer Forschung. Wir wollen die Grundlagen katalytischer Reaktionen verstehen und daraus konkrete Verfahren für eine nachhaltige Kohlenstoff- und Wasserstoffwirtschaft entwickeln“, sagt Patrick Schühle.

Grundlagenforschung mit Anwendungsnähen Kohlendioxid einsparen

In seiner Laudatio betonte Tilman Bechthold, Vorsitzender des DGMK-Fachbereichs „Umwandlung von Kohlenstoffträgern“, dass Patrick Schühle grundlegende Katalyseforschung gezielt mit anwendungsnaher Reaktor- und Prozesstechnik verbinde. Gemeinsam mit DGMK-Geschäftsführerin Gesa Netzeband überreichte er die Auszeichnung in Essen zum Abschluss des ersten Tages der Herbstkonferenz „Processes for a Resilient Supply of Carbon Carriers, Fuels, and Chemicals“. Die DGMK veranstaltete die Tagung mit der Österreichischen Gesellschaft für Energiewissenschaften (ÖGEW) und dem Fachbereich für industrielle Chemie der Italienischen Chemischen Gesellschaft (Società Chimica Italiana, SCI).

Neben seiner Leitungsaufgabe am IHE führt Patrick Schühle seit 2021 eine Forschungsgruppe für katalytische Systeme zur chemischen Energiespeicherung am Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Seit 2024 leitet er dort zudem eine vom Bundesforschungsministerium geförderte Nachwuchsgruppe. Sie entwickelt ein Verfahren zur Wasserstoff-Gewinnung aus Biomasse über die Zwischenstufe Ameisensäure.

Ein maßgeblicher Wegbegleiter an beiden Standorten ist Prof. Peter Wasserscheid: Der IHE-Direktor und Inhaber des FAU-Lehrstuhls für Chemische Reaktionstechnik erhielt den Carl-Zerbe-Preis im Jahr 2000.

In seiner Dankesrede mahnte Patrick Schühle einen raschen Wandel zu nachhaltigen Energieträgern und Produktionsverfahren an. Ein Ansatz sei die Kreislaufwirtschaft unter Einbeziehung neuer Chemikalien und Energieträger. „Die Erderwärmung ist bereits Realität. Deshalb dürfen wir den Umbau der Kohlenstoffwirtschaft nicht aufschieben“, sagt Patrick Schühle.

Die DGMK vergibt den Carl-Zerbe-Preis für herausragende Arbeiten junger Forschender zur Verarbeitung und Anwendung von Kohlenstoffträgern. Sie stiftete ihn 1973. Namensgeber ist der Chemiker Carl Zerbe, der 1947 zum Gründungsteam der Gesellschaft gehörte.

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