Für das Wasserstoff‑Demonstrationsvorhaben Multi-SOFC am Hermann-Josef‑Krankenhaus in Erkelenz gibt es einen neuen starken Partner: Die Reverion GmbH wird künftig ein hochmodernes Brennstoffzellensystem für das Projekt liefern. Damit setzt das Vorhaben zur klimafreundlichen Energieversorgung wie geplant seine nächsten Schritte um und stärkt zugleich die Kooperation zwischen Forschung, Spin-offs und Praxisanwendungen.
Reverion ist ein deutsches Technologie-Unternehmen und Spin-off der Technischen Universität München. Das Unternehmen entwickelt hocheffiziente Kraftwerke auf Basis der SOFC-Technologie (Solid Oxide Fuel Cell) – eine keramische Brennstoffzelle, die sehr effizient Strom aus Wasserstoff und anderen gasförmigen Brennstoffen erzeugen kann und zusätzlich auch noch einen nutzbaren Anteil an Wärme zur Verfügung stellt. Genau diese Kraft-Wärme-Kopplung ist für das Krankenhaus Erkelenz hoch relevant. Im Rahmen des Projekts Multi-SOFC wird Reverion die nächste Generation von Brennstoffzellensystemen bereitstellen und weiterentwickeln. Das Unternehmen wird damit Teil des Helmholtz-Clusters für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft (HC-H2), welches vom Forschungszentrum Jülich aus koordiniert wird. Die weiteren Partner bei Multi-SOFC sind das Krankenhaus Erkelenz und Hydrogenious LOHC NRW GmbH.
Demonstration von Synergieeffekten
Die SOFC-Technologie soll am Krankenhaus zeigen, wie erneuerbare Energiequellen und Wasserstoff in realen Infrastrukturszenarien zur klimafreundlichen und kosteneffizienten Bereitstellung von Strom und Wärme beitragen können. Wichtig ist dabei die Demonstration von Synergieeffekten mit der LOHC-Technologie des Unternehmens Hydrogenious LOHC Technologies aus Erlangen. LOHC steht für Liquid Organic Hydrogen Carrier, also flüssiger organischer Wasserstoffträger. Das in Erkelenz genutzte LOHC ist ein wiederverwertbares Wärmeträgeröl, in dem Wasserstoff chemisch eingespeichert und bei Bedarf wieder freigesetzt werden kann – ähnlich dem Prinzip einer Pfandflasche. An das LOHC gebunden lässt sich Wasserstoff dann bei Umgebungstemperatur und –Druck sicher speichern und in der bestehenden Infrastruktur für flüssige Brennstoffe transportieren. Um den Wasserstoff zur Strom- und Wärmeversorgung am Krankenhaus nutzen zu können, wird er vor Ort in einem chemischen Prozess aus dem LOHC freigesetzt. Dafür ist Wärme notwendig. Ein perspektivisches Ziel bei Multi-SOFC ist die Erforschung der Möglichkeit, die Abwärme aus dem SOFC-Brennstoffzellensystem von Reverion für diese Freisetzung zu nutzen.
„Wir freuen uns sehr, Reverion als neuen Technologiepartner gewonnen zu haben“, erklärt Dr. Michael Alders, Projektleiter am Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) des Forschungszentrums Jülich. „Mit diesem starken Partner an unserer Seite können wir die Demonstration der SOFC-Technologie im Zusammenspiel mit der LOHC-Technologie weiter vorantreiben und wertvolle Erkenntnisse für eine spätere industrielle Skalierung gewinnen.“
Dr.-Ing. Michael Alders, leitender Projektingenieur beim HC-H2
Das Demonstrationsvorhaben Multi-SOFC hat das Ziel, den Einsatz von wasserstoffbasierten Energiesystemen in der Praxis zu demonstrieren. Der Beitrag von Reverion ergänzt die bestehende technische Infrastruktur und stärkt das gemeinsame Engagement für eine nachhaltige Energieversorgung. Weitere Informationen zum Projekt und zu den Partnern stehen auf der Projektseite des HC-H2 zur Verfügung.
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